Kurz nach dem platzen der New-Economy-Blase, war das Onlinebanking für Privatkunden gerade im Kommen. Gebührenfrei, bequem und sicher sollte es sein - das Onlinebanking. Zumindest letzteres bezweifel ich ein wenig.
Nach dem man ein Konto eröffnet hat, bekommt man meist ein paar Tage später eine sogenannte Eröffnungs-Pin zugeschickt. Bevor man diese nicht eingegeben hat, kann man das Onlinebanking der entsprechenden Bank nicht nutzen. Das ist soweit auch sicherlich ein guter und einigermaßen bequemer Weg.
Doch etwas verwundert war ich dann über den Brief:

Mit Textmarker markiert, kam die Pin in einem Standard-Brief, der persönlich von einem Bank-Mitarbeiter unterschrieben war. Kein spezieller Umschlag, der vor dem Lesen schützt. Nichts dergleichen. Bei der regulären EC-Karten-Pin habe ich immerhin einen Umschlag bekommen, der das Auslesen mithilfe einer Starklichtlampe verhindern soll. Doch bei der Eröffnungspin sah das etwas anders aus.
Der Ehrlichkeit halber, muss aber auch erwähnt werden: Die Eröffnungs-Pin kann (konnte?!) nur einmal benutzt werden und man muss direkt nach ihrer Eingabe einen neuen Login-Namen festlegen. Daher, wenn jemand die Pin vor mir benutzt hätte, hätte ich sie nicht mehr nutzen können und ein eventueller Betrug wäre recht schnell aufgeflogen. Doch ein mulmiges Gefühl vermittelt mir der Brief im Nachhinein schon. Gehen Banken mit allen Daten so sorglos um? Nach dem Motto - sind doch alles noch Peanuts?
Sehr schön fand' ich es zu der Zeit auch eins: Ich bekam im gleichen Jahr, sofern ich mich richtig erinnere, von einem Freemail-Anbieter einen Bestätigungscode per Post (ähnlich wie die Eröffnungs-Pin der Bank). Der Freemail-Anbieter ist immer noch am Markt, verschickt aber heute keine Post mehr für die Freemail-Postfächer.
Komisch kam mir vor - für's Onlinebanking galten scheibar die gleichen Sicherheitsstandards wie für einfache Freemail-Anbieter.