(Man muss) erkennen, dass die Verbraucher bei Computerprogrammen ein Monopol wollen. Sie wollen Manuskripte und Tabellenkalkulationen mit Freunden und Kollegen austauschen können, was nur möglich ist, wenn alle die gleichen Programme nutzen.
So steht es in Jeanne Rubners und Arthur Carlsons Taschenbuch "Das Wichtigste über Politik und Wirtschaft" in einem Eintrag über Bill Gates geschrieben. Das stimmt nicht so ganz, zwar gibt es (praktisch) eine Menge proprietärer Dateiformate, die nur mit einem einzigen Programm eines speziellen Anbieters geöffnet werden können, technisch sieht die Sache aber ganz anders aus. So ist es möglich (zumindest in der Theorie) jede Büro-Datei in dem sogenannten OpenDocument-Format abzuspeichern. Diese Datei kann man sowohl mit OpenOffice als auch mit einer ganzen Reihen von anderen Anwendungen nutzen, selbst Microsofts künftige Office-Versionen sollen mit dem Dateityp standardmäßig umgehen können.
Bei dem oben angegebenen Beispiel handelt es sich um das sogenannte OpenDocument, mit dessen Hilfe Büro-Dateien mit verschiedenen Anwendungen genutzt werden können. Prinzipiell funktioniert das nicht nur mit "Büro-Dateien" sondern mit jedem beliebigen Datentyp. Selbst proprietäre Dateiformate lassen sich unter Umständen mit verschiedenen Anwendungen benutzen, wenn das die Lizenzpolitik des entsprechenden Unternehmens das ermöglicht. Das beste Beispiel ist in der Musik-Branche zu finden: MP3. Zwar handelt es sich um ein proprietäres Dateiformat, es lässt sich jedoch von fast jeder Audio-Software nutzen. Wäre das nicht der Fall gewesen - MP3 hätte sich als Dateiformat nie durchgesetzt. Wobei man bei MP3 als Dateiformat noch erwähnen müsste, dass es dort einige rechtliche Auseinandersetzungen gab (und auch noch gibt). Besser eignen sich dazu Dateiformate die von vornherein als offene Formate gedacht sind, z.B. OGG Vorbis.