Acer X1301
Kürzlich bestellte ich mir einen neuen Rechner, ein kleiner und günstiger Desktop-PC sollte es werden und so stolperte ich schnell über den Acer X1301. Acer liefert seit geraumer Zeit den X1301 in leicht varierenden Fassungen aus. Der X1301 von Acer ist in allen Varianten ein recht einfacher Desktop-Rechner, welcher in einem vergleichsweise kleinen und schicken Gehäuse steckt.
Was ist der X1301 eigentlich? Ein Nettop, ein Thin-Client, ein Desktop-PC? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen - für einen Nettop ist das Gerät zu groß, für einen Desktop-PC ein etwas ungewöhnliches Gehäuse und für einen Thin-Client zu großzügig ausgestattet... Am ehesten trifft "ein etwas kleinerer Desktop-PC" die Ausmaße und Verwendungs-Zwecke des Acer-Geräts. Durch die geringen Maße des PCs lässt sich der PC gut direkt neben den Monitor stellen, wodurch sich die Frontklappe ohne Verrenkungen gut öffnen lässt, und auch das Einlegen von CDs ist so komfortabel möglich. Die Kopfhörer-Buchse kann dann ebenfalls leicht benutzt werden.
Die Hardware
Trotz der unterschiedlichen Konfigurationen - alle Acer X1301 stecken in einem recht ansehnlichen Gehäuse, laufen mit einem AMD Athlon II und haben Windows 7 vorinstalliert und verwenden mutmaßlich auch zum Großteil den selben Chipsatz. Erstaunlich: Acer bietet in der selben Serie sowohl ATI- als auch Nvidia-Grafikkarten an.
Meine Wahl fiel letztlich auf eine der preislich günstigsten Varianten, so werkeln in meinem X1301 ein AMD Athlon II X2 215 CPU (2,7Ghz), eine Nvidia-Grafikkarte (präzise, die Geforce 315, welche nur als OEM-Produkt verfügbar ist) sowie die übliche Basisausstattung(DVD-Multi-Laufwerk,Festplatte, OnBoard-Chipsätze ...).
Ein Highlight ist die Hardware nicht - aber auch nicht schlecht. Interessanter als die Hardware sind die Anschlussmöglichkeiten und diese sind für einen recht kleinen PC recht großzügig. So sind auf der Rückseite zwei PS/2-Anschlüsse, je einen HDMI/DVI-Anschluss (ein Adapter für VGA lag meinem Rechner bei) und einen E-SATA-Anschluss sowie diverse Audio-Ein- und Ausgänge. Bei den USB-Anschlüssen geht Acer jedoch ungewohnte Wege - so finden sich auf der Rückseite 4 USB-Anschlüsse, unter der Front-Klappe verbergen sich neben der zuvor angesprochenen Kopfhörer-Buchse auch ein Mikrofon-Eingang, 5-USB-Ports und ein Multi-Kartenleser sowie einen vierpoligen 1394er-Anschluss (besser bekannt als "Firewire"). Das ist eigentlich mehr als ausreichend.
Verbrauch und LautstärkeDie Lautstärke des X1301 ist im normalen Betrieb moderat und selbst bei stärkerer Belastung wird der PC nicht wirklich viel lauter. Das DVD-Laufwerk ist weder besonders laut noch leise - ich hatte jedoch schon ruhigere Laufwerke. Da zumindest bei mir das DVD-Laufwerk manchmal über Wochen nicht genutzt wird - nicht unbedingt entscheidend. Multimedia-Fans die den PC im Wohnzimmer nutzen wollen werden mit dem X1301 vermutlich nicht als zu glücklich - es fehlt bei allen angebotenen Varianten ein Blu-Ray-Player. Trotz der nicht unbedingt herausragenden Hardware, macht der PC insgesamt einen recht soliden Eindruck, die Verarbeitung ist gelungen; das Gehäuse wirkt stabil. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei den meisten Ausführungen als günstig anzusehen. Der Stromverbrauch des Rechners ist im Bereich der Desktop-PCs durchschnittlich, so verbrauchte der PC bei einfachen Office-Arbeiten etwa 55 Watt, bei starker Auslastung (getestet mit einer nicht terminierenden Funktion) ging der Verbrauch auf etwas über 80 Watt hoch. Die Werte die ich gemessen habe, sind jedoch nur als Orientierungshilfe zu verstehen, da sie mit einem einfachen Messgerät gemacht wurden - diese sind in der Regel nicht sehr genau. Trotz wahrscheinlich ungenauer Messwerte ist der "Soft-Off"-Modus des PCs zu energiehungrig. Es wurden laut Messgerät knapp 11 Watt verbraucht - viel zu viel für einen Rechner der eigentlich "aus" seien sollte. Selbst durch das deaktivieren von diversen Optionen im BIOS (unter anderem wurde Wake on Lan deaktiviert) ließ sich der Strom-Verbrauch im Soft-off-modus nicht erheblich senken. Es empfiehlt sich eine Mehrfachsteckdosenleiste mit leicht erreichbaren Ein/Ausschalter.
Die Windows-Installation Acers
Die Windows-Installationen der Hersteller sind immer so eine Sache. In der Regel findet man neben der eigentlichen Windows-Installation mit Treibern auch allerlei vorinstallierte Software. Das ist bei Acer in diesem Fall nicht anders. So listet Windows nach dem ersten Start 51 installierte Programme auf. Einige der Programme mögen sinnvoll sein, wei beispielsweise ein Back-Up-Manager, einen PDF-Reader oder ein lizensiertes Brennprogramm. Der Großteil der Programme ist jedoch nur als Demo- oder eingeschränkte Version installiert (Spiele welche nur einmalig 60 Minuten lang gespielt werden dürfen, div. Programme die nur innerhalb der ersten zwei Monate kostenlos nutzbar sind...). Die Entfernung der Programme ist mühselig aber scheinbar ohne größere Probleme machbar - ich habe dies nur probeweise bei einigen Anwendungen aus probiert.
Dennoch ist das vermutlich die komfortabelste Lösung, denn Acer liefert keine Windows 7 DVD mit. Stattdessen finden Käufer eine System-Recovery-Partition auf der Festplatte. Das mag den meisten Kunden zwar genügen - bringt aber Probleme sobald die Festplatte ausgetauscht wird oder die Partition gelöscht wird. Letzteres ist gar nicht so unwahrscheinlich - denn Acer hat die Partitionierung der Festplatte so vorgenommen, dass in Windows zwei etwa gleichgroße Partitionen eingebunden sind - das kann Kunden unter Umständen schnell dazu verleiten die gesamte Festplatte komplett neu zu partitionieren. Gegebenenfalls sollten Benutzer sich aus den Windows 7 Sicherungen eine bootfähige DVD basteln, das ist mit diversen Tools durchaus möglich, wenn auch nicht besonders schnell erledigt.
Ansonsten ist die Vorkonfiguration jedoch in Ordnung - die Treiber waren alle funktionstüchtig eingebunden und so war es ohne Probleme möglich gleich Kartenleser und Co. zu benutzen. Zudem waren die verwendeten Treiber vergleichsweise aktuell.
Linux-tauglichkeit des Rechners
Da ich seit längerer Zeit Ubuntu auf meinem PC nutze, sollte auch auf dem Acer-PC wieder Ubuntu installiert werden. Die vorgestern erschienene Version (10.04) ließ sich ohne Probleme und ohne besondere Kentnisse installieren, ließ allerdings keine Veränderung der bestehenden Partitionen zu. Wer Ubuntu als einziges Betriebssystem nicht die gesamte Festplatte zuteilen möchte, sollte die Festplatte erst unter Windows bzw. mit anderen Tools ggf. anders partitionieren.
Fazit
Der X1301 ist in keinem Bereich State-of-the-Art, dafür erwartet den Käufer ein preiswerter, grundsolider Rechner.